Was ist Parodontose bzw. Parodontitis?

Was ist Parodontose?

Die Entstehungsphasen von Parodontose bzw. Parodontitis.

Parodontose oder Parodontitis – man kennt beide Bezeichnungen. Der Begriff Parodontose wird in der Regel von Patienten verwendet, Parodontitis sagt der Zahnarzt.

Die Parodontose ist eine chronische Entzündung von Zahnfleisch und Kieferknochen, also des gesamten Zahnhalteapparates. Sie beginnt mit einer Gingivitis, einer Zahnfleischentzündung. Das ist quasi die Vorstufe der Parodontitis bzw. Parodontose. Sobald auch der Kieferknochen entzündet ist, spricht man von Parondontose. Sie kann behandelt und gestoppt, jedoch oft nicht vollständig geheilt werden. Die Heilungschancen sind davon abhängig, wie weit der Kieferknochen bereits geschädigt wurde. Abgebauter Kieferknochen lässt sich durch eine Parodontaltherapie zwar wieder aufbauen, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen. Ist der Knochendefekt zu groß, schwinden die Chancen auf Heilung.

Wer unter einer Gingivitis leidet, sollte deshalb alles tun, um ein Übergreifen der Entzündung auf den Kieferknochen zu verhindern. Hilfreich dabei ist konsequente Prophylaxe, zu der die regelmäßige professionelle Zahnreinigung gehört.

Verlauf einer Parodontose

Bei einer Parodontose lösen Bakterien zunächst eine Zahnfleischentzündung aus (die so genannte Gingivitis). Dabei schwillt das Zahnfleisch an. Bleibt die Gingivitis unbehandelt, greift die Entzündung auf den Kieferknochen über. Das Zahnfleisch zieht sich zurück (Zahnfleischrückgang), wenn der Knochen als Unterstützung fehlt, so dass die Zahnhälse freiliegen. Der Zahnhals ist der Übergangsbereich von der für uns sichtbaren Zahnkrone zur Zahnwurzel, die tief im Kieferknochen steckt. Sind die Bakterien, die die Zahnfleischentzündung hervorrufen, dort angelangt, zerstören sie auch den Kieferknochen. Der bietet dem Zahn damit nicht mehr genügend Halt. Der Zahn lockert sich und fällt schließlich aus. Zahnverlust durch Pardontose spielt ab dem 40. Lebensjahr eine weitaus größere Rolle, als Zahnverlust durch Karies.

Parodontose ist eine tückische Erkrankung, weil sie meist schmerzfrei verläuft. Und oft wird sie vom Patienten erst dann bemerkt, wenn sich bereits Zähne gelockert haben. Erste Anzeichen für Parodontose können aber schon Mundgeruch und leichtes Zahnfleischbluten bei der täglichen Mundhygiene sein. Raucher sind besonders gefährdet, weil ihr Atem ohnehin meist nach Nikotin riecht und damit andere Gerüche überlagert. Gleichzeitig verhindern die Stoffe im Nikotin, dass entzündetes Zahnfleisch  blutet. So können Raucher die Warnsignale ihres Körpers bei einer Parodontose kaum wahrnehmen.

Vorsicht, Ansteckung!

Was viele Menschen nicht wissen – Parodontose ist ansteckend. Und auch wenn dem Küssen eine Vielzahl positiver Eigenschaften nachgesagt wird – man kann dabei Parodontosekeime übertragen. Es hängt vom Immunsystem des Partners ab, inwieweit er gleichfalls von der Erkrankung bedroht ist. Parodontose kann auch auf Kinder übertragen werden.

Nur mit einer Parodontaltherapie beim Zahnarzt lässt sich die Entzündung stoppen und, wenn nötig, zurückgegangenes Zahnfleisch wieder aufbauen, so dass die Stabilität der Zähne gewährleistet bleibt.

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